Wohnen fürs Klima

Auf dem brachliegenden Gelände am Baueracker planen die Stadtwerke Herne eine energie­autarke Siedlung. Ein zukunftsweisendes Projekt.

Wo früher ein Schaltanlagengebäude der Stadtwerke war, sollen bald sieben weitgehend energieautarke Einfamilienhäuser stehen. Was das bedeutet, erläutert Diplom-Ingenieur Stephan Becker, Projektleiter der Stadtwerke Herne, im Interview.

Die Stadtwerke planen eine Klimaschutzsiedlung. Was ist das?

Auf einem Areal, das aktuell noch den Stadtwerken gehört, soll eine Siedlung mit sieben freistehenden Einfamilienhäusern entstehen. Das Modellprojekt wird wissenschaftlich begleitet und richtet sich an Menschen, die sich für moderne Wohnkonzepte interessieren. Die neuen Bewohner werden durch das innovative Energiekonzept in der Lage sein, bis zu 80 Prozent ihres Strombedarfs selbst zu produzieren und so weitgehend unabhängig vom öffentlichen Stromnetz sein.

Wie wird die Siedlung aussehen?

Die Grundstücke sind zwischen 215 und 295 Quadratmeter und die Wohneinheiten rund 120 Quadratmeter groß. Geplant sind zweistöckige Häuser, die auch für Familien gut geeignet sind. Die Siedlung wird autofrei sein, sodass Kinder dort unbesorgt und sicher spielen können. Zwischen den Häusern gibt es dafür ausreichend Raum. Die Autos werden in Solar-Carports oder auf Stellplätzen vor dem Terrain abgestellt. Für Transporte steht ein Trolley bereit, den alle gemeinsam nutzen. Und auch für die Post gibt es eine gemeinsame Paketstation vor der Siedlung. Das persönliche Fach öffnet jeder mit seinem eigenen Code.

Die

Die energieautarke Siedlung aus der Vogelperspektive – nach einem Konzept des Herner Architekturbüros AGIS PlanenBeraten.

Woher kommt die Energie für die Anwohner?

Wir wollen hier groß dimensionierte Photovoltaikanlagen mit dem eigentlichen Herzstück des Projekts koppeln: innovativer Batterietechnik. Energieeffiziente Heizungsanlagen – teils mit Geothermie-, teils mit Luftwärmepumpen – komplettieren das hocheffiziente Energiekonzept. Darin sehen wir und unsere Projektpartner wie das Fraunhofer-Institut UMSICHT den besten Weg in die Zukunft.

Welche Technologien kommen bei den Batterien zum Einsatz?

In erster Linie die Erfolg versprechenden, neuartigen Redox-Flow-Batterien, bei denen wir eng mit dem Hersteller Volterion zusammenarbeiten. Daneben möchten wir – zu Vergleichszwecken – auch eine bewährte Lithium-Ionen-Batterie umfänglich im Praxistest erproben.

Wann können die ersten Bewohner in ihre Häuser einziehen?

Geplant ist, dass die Bewohner ihr neues Heim bis Ende 2018 beziehen. Derzeit strecken wir intensiv die Fühler nach Interessenten aus und haben auch schon sehr viel positives Feedback erhalten. Wer sich für das Projekt interessiert, sollte uns möglichst bald unverbindlich kontaktieren.


Interesse? Dann schreiben Sie per E-Mail an autark-wohnen@stadtwerke-herne.de oder rufen Sie Stephan Becker an: 02323/592-315

Mehr Infos gibt es auch unter: www.klimaviertel.stadtwerke-herne.de