Detektiv Powerfox

Wie viel Strom verbraucht der Fernseher, der Computer oder der Herd? Ein Blick aufs Smartphone, schon hat man die Antwort: Pilotprojekt powerfox

Frank Ohmenzetter, Kunde der Stadtwerke Herne, ist von der App „powerfox“ begeistert: „Seit ich sie installiert habe, verbrauchen wir weniger Strom“, sagt er. Im Oktober bauten die Stadtwerke im Keller seiner Doppelhaushälfte einen modernen Zähler ein, mit einer kleinen powerfox-Einheit darauf. Dann installierte er die App auf dem Smartphone und verband sie mit seinem WLAN. Der 50-Jährige ist einer der ausgewählten Teilnehmer des Pilotprojekts „powerfox“. „Die moderne Zählertechnik inklusive App soll den Kunden helfen, ihren Energieverbrauch zu visualisieren, zu steuern und Einsparpotenziale zu erkennen“, sagt Sven Jankowski, Gruppenleiter Messstellenbetrieb der Stadtwerke Herne. So könne jeder einen kleinen Beitrag zur Energiewende leisten und dabei noch bares Geld sparen.

Als Elektrotechniker ohnehin mit Netzwerken und Computern vertraut, hat Ohmenzetter die App sofort ausprobiert. „Ich habe meine Rechner vom Netz genommen, um zu sehen, wie hoch der Verbrauch ist“, erzählt er. Auch die Stromleistung des Fernsehers hat er in Echtzeit über die App verfolgt. Mittlerweile lässt er ihn nicht mehr auf Stand-by laufen. Doch Frank Ohmenzetter hat nicht nur überwacht und kontrolliert. In der Küche tauschte er etwa die Lampen gegen effizientere LEDs aus. „Das hat den Verbrauch gleich spürbar gesenkt“, berichtet er.

App warnt vor zu viel Verbrauch

Mit der App können Kunden nicht nur Stromfresser aufspüren und den Stromverbrauch eines Tages, einer Woche, eines Monats oder eines Jahres auswerten. Auch anonyme Vergleiche mit Kunden, die ähnliche Bedingungen haben, sind möglich. In Zusatzfeatures des neuesten Updates ist außerdem ein Abschlagswarner hinterlegt. „Er rechnet den bisher verbrauchten Strom aufs Jahr hoch. Deutet sich an, dass der bisherige Abschlag nicht ausreicht, erhält der Kunde eine Textwarnung über das Postfach“, so Jankowski. In Planung seien auch Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Verbrauch.

Frank Ohmenzetter und die anderen Pilotkunden loben in ersten Umfragen die einfache Bedienung der App und die nutzerfreundliche Übersicht, die ihnen „powerfox“ über ihren Stromverbrauch ermöglicht. Als lästig empfanden einige die komplizierte Installation trotz Unterstützung durch die Stadtwerke. „Der Hersteller hat hier bereits Abhilfe geschaffen und die Installationsschritte deutlich vereinfacht“, so Jankowski. Außer den Stadtwerken Herne beteiligen sich fünf weitere Versorger aus dem Trianel-Stadtwerkeverbund an dem Pilotprojekt. Die Herner verlängerten ihre Teilnahme bereits im Januar bis Ende 2019 und suchen noch fünf weitere Pilotkunden. Jankowski: „Auf Basis der Kundenerfahrungen entscheiden wir, ob wir ‚powerfox‘ ins Produkt-Portfolio aufnehmen.“