Grüngürtel für Artenvielfalt

Im Klimaviertel der Stadtwerke sollen sich nicht nur die Menschen wohlfühlen, sondern auch Insekten und Vögel. Dafür wurden über 120 Bäume gepflanzt.

„Vorbildlich“ findet Hiltrud Buddemeier die Pflanzaktion der Stadtwerke Herne am neuen Klimaviertel in Sodingen. Für die Kreisgruppensprecherin des BUND ist besonders die Vielfalt der in die Erde gebrachten Büsche und Bäume wichtig: „Alles einheimische Gehölze, ebenso wie die Blumen und Pflanzen, die im späten Frühjahr auf der Wiese als Saatgut ausgebracht werden.“

Für die Auswahl der Pflanzen für den rund 1.000 Quadratmeter großen Grünstreifen zwischen Henin-Beaumont-Straße und Akademiewäldchen hat die Expertin ein eigenes Konzept entwickelt. Ilex, Sommerflieder, Schlehe, Holunder, Schneeball, Weißdorn, Felsenbirne oder Berberitze – jede Pflanze versorgt mit ihren Blüten und Früchten unterschiedliche Insekten und Vögel. Die einen sind bei Finken besonders beliebt, zum Beispiel die Heckenrose, andere wie das Pfaffenhütchen sind für Rotkehlchen ein Leckerbissen.

Lebensraum für Mensch und Tier

Schon in wenigen Jahren sollen die über 120 Pflanzen nicht nur zu einem schönen Sichtschutz für die Haus­eigentümer herangewachsen sein, sondern auch zu einer robusten Vogelschutzhecke. „Der Boden hier im Einzugsgebiet der Emscher ist sehr nährstoffreich, sodass wir eine breite Auswahl an Pflanzen berücksichtigen konnten“, erklärt Hiltrud Buddemeier. „Sie sind widerstandsfähig und bieten auch den Wildbienen einen geeigneten Lebensraum.“

Ebenso wichtig wie die Pflanzaktion war Projektleiter Stephan Becker die reibungslose Installation der Wärmepumpen des Herner Unternehmens Waterkotte: „Die Bewohner nutzen diese effizienten Anlagen für Heiz­wärme und Brauchwarmwasser aus Umgebungswärme – angetrieben werden sie durch selbst erzeugten Solarstrom.“ Es gibt zwei unterschiedliche Wärmequellen: Erdsonden, die 130 Meter tief in die Erde reichen, und oberflächennahe Grabenkollektoren.

Beste Technik

Einzigartig am Modellprojekt Klimaviertel ist die Kombination verschiedener klimafreundlicher Technolo­gien: Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Batteriespeicher, deren Leistungsfähigkeit in verschiedenen Konstellationen durch das Fraunhofer-Institut UMSICHT miteinander verglichen wird. Aus diesen Erkenntnissen werden dann Schlüsse für weitere Projekte dieser Art gezogen. „Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse, die durch die unterschiedlichen Kombinationen der Technik zustandekommen“, so Becker.

Herzstück der regenerativen Energieerzeugung sind die Redox-Flow-Batterien zur Speicherung des selbst erzeugten Stroms aus den Photovol­taikanlagen. So wird von der wert­vollen Solarenergie garantiert nichts verschwendet.  


MARTIN LECLAIRE, BOCHUM

J. Müller (r.), Bauleiter der Firma Wärmetechnik Leickel, mit Heizungsmonteur Yunus Canitez

Modellprojekt: Klimaviertel