Nächste Ausfahrt: Zukunft

Herner Schüler lernen es schon in der vierten Klasse: Der Verkehr wird elektrisch.

18 Grundschüler der vierten Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße drücken sich an diesem Morgen ihre Nasen an einer Windschutzscheibe platt. Auf ihrem Schulhof steht ein elektrisch angetriebener BMW i3 der Stadtwerke Herne. „Wer möchte mal am Steuer sitzen?“, fragt Catja Dyhr von der Deutschen Umwelt-Aktion, die heute die Lehrerin ist. 18 Hände schießen in die Höhe, die Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Berat darf als Erster: „Cool, wie im Cockpit“, staunt der Zehnjährige. So anders sitzt man hier als in Papas Alltags-Pkw.

Leise und sauber

Elektroautos haben keinen Tank, sondern Akkus, und im Leerlauf hört man – fast nichts. „Wo ist denn hier der Auspuff?“, scherzt Jakub. Er weiß genau: Autos mit Steckdose haben keinen. Und wo weder Benzin noch Diesel verbrennen, da entstehen auch keine Abgase. Laute Straßen voll mit Autos hat Herne schon genug. Ein paar flüsterleise Elektroautos würden Stadt und Luft guttun.

Wasser im Tank

Catja Dyhr erklärt, warum der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell ist: „Irgendwann geht das Öl zur Neige, aus dem der Treibstoff gemacht wird. Und fürs Klima auf der Erde ist es auch höchste Zeit: Noch mehr Schadstoffe verträgt es nicht. Autoabgase einatmen ist zudem ungesund.“ Und woher nehmen Elektroautos ihre Energie? Viele Schüler kennen die Antwort schon: Die Batterien kann man zu Hause oder an öffentlichen Ladesäulen aufladen. In Herne haben die Stadtwerke schon einige gebaut.

Welche umweltfreundlichen Autos gibt es noch? Bei der Antwort geraten die Viertklässler ins Schwitzen. Hybrid, Brennstoffzelle und andere Wörter schwirren durch den Klassenraum. Auf einem Fragebogen wird alles säuberlich geordnet: Manche Autos fahren abwechselnd mit Benzin oder Strom, der BMW i3 auf dem Hof aber rein elektrisch. Ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle tankt Wasserstoff und kann seinen Strom selbst erzeugen. Aus seinem Auspuff kommt Wasser.

Fahren mit grünem Strom

Am Ende der kurzweiligen Stunde ist klar: Elektroautos fahren leiser und sauberer, aber unter einer Bedingung: Der Strom muss aus erneuerbaren Quellen stammen. Also nicht aus Kohle, Öl oder Gas. „Mein Auto fährt mal mit Wind“, sagt Emilia. Die Botschaft ist angekommen: Wind und Wasser sind die Quellen für den Strom und das Auto der Zukunft. Das wollen die Kinder gleich zu Hause erzählen. Nach der Stunde schwingt sich Jakub aufs Rad und strampelt los. Mit Muskelkraft, ein Elektrofahrrad hat er nicht. Oma schon; und die tankt bei den Stadtwerken Ökostrom.

Energie macht Schule

Energie zum Anfassen – so macht der Umweltunterricht Spaß. Die vierte Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße ist „elektrisiert“. Ermöglicht haben dieses Erlebnis die Stadtwerke Herne in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelt-Aktion.
Die Kinder erfahren in jeweils einer Doppelstunde viel über das spannende Thema Elektromobilität und können schon einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, am Steuer eines umweltfreundlichen Autos zu sitzen. An elf weiteren Schulen läuft das Umweltprojekt der Stadtwerke noch. So wird schon von klein auf die Grundlage für verantwortungsbewusstes und umweltgerechtes Verhalten geschaffen.