Recycelter Sand kommt in die Erde

Seit zwei Jahren bereiten die Stadtwerke Herne Sand auf, der als Aushub beim Verlegen von Rohren und Kabeln anfällt.

Über Sand machen sich die wenigsten Menschen Gedanken, schon gar nicht, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Schließlich ist das ein Naturmaterial, oder? „Ganz so einfach ist das nicht“, sagt Stefan Horstmann, einer der Geschäftsführer der Bodenmanagement Rhein-Herne GmbH (BMRH), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Herne und der Gelsenwasser AG. Denn Sand, der als Teil des Bodenaushubs auf einer Baustelle anfällt, kann nicht einfach zurückgekippt werden.

„Wenn wir Leitungen verlegen, müssen wir sichergehen, dass diese nicht durch spitze Steine oder große Körner beschädigt werden.“ Also wurde in der Leitungszone neuer Natursand eingebaut und der Aushub normalerweise als Abfall entsorgt – in Herne ist das seit zwei Jahren anders. „Der Aushub braucht viel Deponieplatz. Hinzu kommt der Transport.“

Effizient und gut für die Umwelt

„Es fallen viele Kilometer für die Lkw an, weil einerseits der Bodenaushub weggebracht wird, während andererseits der neue Sand herangeschafft werden musste. Das ist natürlich nicht nachhaltig“, sagt Horstmann. Zudem sei Sand inzwischen zu einem knappen Gut auf den Weltmärkten geworden, dessen Abbau das Ökosystem belastet. Deswegen wurde vor zwei Jahren die BMRH gegründet. Schon jetzt lässt sich sagen: Das regional verankerte Geschäftsmodell ist nicht nur zukunftsorientiert; es bietet sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile.

Und das sieht folgendermaßen aus: Der Bodenaushub wird nach einer strengen Eingangskontrolle gesiebt und dabei in verschiedene Korngrößen unterteilt. Die größeren Steine werden dafür verwendet, Recyclingschotter mithilfe einer Brechanlage herzustellen. Die kleinsten Steine bilden den Siebsand mit einem Korngrößenbereich zwischen 0 und 2 Millimetern. Ein unabhängiges Ingenieurbüro prüft die Qualität des Siebsands und des Schotters. Die recycelten Baustoffe dürfen nämlich nur wiederverwendet werden, wenn sie umweltfachlich und bautechnisch einwandfrei sind. Anschließend können die Stadtwerke mit dem aufbereiteten feinen Siebsand die Baugrube befüllen – was übrig bleibt, wird auf dem freien Markt verkauft. Nur noch ein kleiner Teil des Bodenaushubs müsse tatsächlich auf dem ursprünglichen Wege entsorgt werden. So einfach kann Nachhaltigkeit sein.


Mehr über die Arbeit der BMRH: bodenmanagement-rhein-herne.de