Technik, die begeistert

Das neue Klimaviertel in Herne setzt Maßstäbe: Photovoltaik und innovative Speichertechnik machen die Häuser nahezu energieautark.

Viele verschiedene Spezialisten arbeiten beim Projekt Klimaviertel mit Bauleiter Stephan Becker von den Stadtwerken Herne zusammen. „Wir legen die Messlatte schon sehr hoch bei diesem Projekt“, so Becker. „Schließlich wollen wir am Bauer­acker in Sodingen ein Musterbeispiel schaffen.“

Ein großer Teil des Energiebedarfs der Häuser wird durch Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern abgedeckt werden. Eine spezielle Speichertechnik aus dem Hause Volterion macht es möglich, dass die Hausbewohner mit der selbst produzierten Solarenergie gut haushalten können. Das Dortmunder Unternehmen stellt spezielle Redox-Flow-Batterien her, deren Konstruktion und Herstellung mit einer Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird

. „Das Überzeugende an der Klima­haussiedlung ist, dass hier verschiedene Technologien in einem bislang einzigartigen Konzept kombiniert werden: die Erzeugung von erneuerbarer Energie durch PV-Anlagen mit dem Einsatz von speziellen Wärmepumpen und der Energiespeicherung durch Redox-Flow-Batterien“, sagt Dr. Ing. Thorsten Seipp, Geschäftsführer von Volterion. „Im Bereich der Wärmeisolierung wird eine besondere Gebäudetechnik realisiert. Bei ausreichend Sonneneinstrahlung wird die Siedlung tatsächlich nahezu energieautark sein.“

Die gesamte Technik der Klimaviertel-Häuser ist darauf angelegt, so effizient und klimafreundlich wie möglich für Energie zu sorgen – und sie zu speichern. Jedes Haus verfügt über eine hochmoderne Batterie mit rund 10 kWh Kapazität.

Sicher, günstig, leistungsfähig

Der Einbau der Redox-Flow-Batterien hat gegenüber anderen Speichersystemen, wie etwa Bleiakkumulatoren, verschiedene Vorteile: „Zum einen sind sie langlebig, sodass die Kapazität der Batterien auch bei fortschreitender Lebensdauer nicht nachlässt“, so Thorsten Seipp. „Es besteht keine Korrosionsgefahr, sie sind individuell anpassbar, weder brennbar noch explosionsfähig – gelten also als sehr sicher. Außerdem kann man sie günstig herstellen, was auch die Anschaffungskosten reduziert.“ Projektleiter Stephan Becker ist überzeugt, dass dieses deutschlandweit bisher einmalige Konzept Vorbildwirkung hat.


Weitere Infos: klimaviertel.stadtwerke-herne.de