Vier Bälle und ein Besen

Handball war gestern. Heute spielt man Quidditch. Max Schulze-Steinen macht der hochkomplexe Kontaktsport einen Riesenspaß.

Ein bisschen lächerlich fand Max Schulze-Steinen (25) es ja schon, als er vor drei Jahren zum ersten Mal beim Quidditch war. Viele Spieler trugen ein farbiges Stirnband, um ihre Position zu markieren, und alle hielten sich einen Stock zwischen die Beine, den „Besen“. „Ich nahm das nicht so ganz ernst“, gesteht er. Doch er irrte sich. Der Student hatte jahrelang in Witten Handball gespielt. Trotzdem war er von Quidditch erst überfordert – und dann begeistert. „Es gibt Jäger, Hüter, Treiber, Sucher und den Snitch Runner. Vier Bälle sind im Spiel“, erzählt er. „Quidditch ist hochkomplex.“

Die Mischung aus Rugby, Völkerball und Handball ist nach einem Spiel aus den Harry-Potter-Büchern entstanden – die Schulze-Steinen übrigens nicht einmal gelesen hat. Er ist kein Fan, nur ein leidenschaftlicher Sportler, der an der Herausforderung einen Riesenspaß hat.

Mit seiner Mannschaft vom Bochumer Verein Ruhr Phoenix hat er vor wenigen Monaten die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Bundesweit gibt es 50 Vereine, in denen Frauen und Männer übrigens gemeinsam spielen, was Schulze-Steinen „richtig cool“ findet. „Wenn mich eine angreift, bin ich übrigens froh, dass sie nur einen Arm benutzen darf. Mich hat nämlich schon so manch eine umgerissen“, sagt er.

Erst war Max Schulze-Steinen (Mitte, mit Stirnband) skeptisch, aber dann spielte er sogar in der Nationalmannschaft.