Wann kommt der Smart Meter?

Es geht los: Die Stadtwerke Herne tauschen Schritt für Schritt die vorhandenen
Stromzähler gegen moderne Messeinheiten aus.

Die Energiebranche wird immer komplizierter: Auf der einen Seite speisen viele Solaranlagen-Besitzer Strom ins öffentliche Netz ein, während auf der anderen Seite niemand weiß, wie viel Energie etwa Windkraftanlagen am nächsten Tag liefern. Vielleicht schlägt ja das Wetter um?

Schon jetzt ist es daher schwer, Produktion und Verbrauch optimal aufeinander abzustimmen. Und dieses Problem wächst mit dem Anteil der Erneuerbaren Energien – zumindest, so lange sie sich noch nicht langfristig in einem größeren Ausmaß speichern lassen.

Auch der Verbrauch lässt sich künftig schlechter planen. Sobald beispielsweise die Zahl der Elektroautos gestiegen ist, werden die Stadtwerke eine gesperrte Bahnstrecke spüren – mehr Kunden steigen aufs Auto um und müssen es abends zum Aufladen wieder an die Steckdose anschließen.

Neue Infrastruktur

Es wird also höchste Zeit, eine Struktur zu schaffen, die diesen neuen Anforderungen gewachsen ist. Deswegen hat die Bundesregierung 2016 das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende erlassen, das jetzt von den Energieversorgern umgesetzt wird. Dafür müssen sie sämtliche Stromzähler in privaten Haushalten und auch in Unternehmen austauschen, wofür sie insgesamt 15 Jahre lang Zeit haben.

Praktisch heißt das: Erst wenn ein Zähler ohnehin zum Austausch ansteht, ersetzen ihn die Stadtwerke Herne durch ein modernes Gerät. Die alten Modelle – Ferraris-Zähler genannt – bauen sie gar nicht mehr ein.

Als Stromkunde müssen Sie also zunächst nicht aktiv werden. Falls bei Ihnen ein neuer Zähler fällig ist, werden Sie rechtzeitig angeschrieben und über den geplanten Wechsel informiert. Auf diese Weise sollen innerhalb der ersten drei Jahre bereits zehn Prozent der alten Geräte ersetzt werden.

Die digitalen Zähler

Wie sehen die neuen Geräte überhaupt aus, und was können sie leisten? Smart Meter ist ein Oberbegriff für intelligente und fernauslesbare Stromzähler. Dabei gibt es zwei Stufen. Grundlage ist immer eine moderne Messeinrichtung (mME). Sie sieht nicht wesentlich anders aus als ein alter Zähler, verfügt aber natürlich über eine digitale Anzeige.

Das neue System hat zudem den großen Vorteil, dass es den Stromverbrauch für bestimmte Nutzungszeiträume anzeigt. Als Kunde haben Sie die Daten also besser im Blick und können schneller erkennen, wie sich beispielsweise Maßnahmen zum Energiesparen auswirken. Bislang wurden die Zähler ja nur einmal im Jahr abgelesen.

Das intelligente Messsystem

Die mME kann später durch ein sogenanntes Gateway erweitert werden. Diese Kombination nennt sich intelligentes Messsystem (iMS) und macht den neuen Zähler besser nutzbar. Durch das Gateway können dann die Werte alle 15 Minuten an die Stadtwerke übermittelt werden, was für eine bessere Planbarkeit sorgt.

Später wird es sogar möglich sein, über ein zusätzliches Steuergerät dezentrale Photovoltaik- oder Windenergieanlagen zu- oder abzuschalten, um das Stromnetz stabil zu halten. Selbstverständlich erfolgt die Datenübertragung nach modernen Sicherheitsstandards, um einen eventuellen Zugriff von außen abzuwehren.

Vorteile hat ein iMS auch für den Nutzer. Er kann seine Verbrauchswerte unter anderem am PC auswerten und so geeignete Punkte fürs Energiesparen identifizieren. Die intelligenten Messsysteme werden allerdings zunächst nur für die Kunden eingebaut, die einen Jahresverbrauch von mindestens 10.000 Kilowattstunden haben. Privathaushalte sind davon daher in der Regel nicht betroffen. Wer dennoch Interesse an einem iMS hat, kann sich bei den Stadtwerken beraten lassen.

Langfristig werden die neuen Smart Meter übrigens auch zu neuen Stromtarifen führen. Die exakten Auswertungen ermöglichen unter anderem zeitlich gestaffelte Preise und damit auch individuelle Tarife.


Weitere Infos

Haben Sie Fragen zum Thema Smart Meter? Dann melden Sie sich bei den Stadtwerken Herne unter Telefon 02323 592-555 oder per E-Mail: beratung@stadtwerke-herne.de