CO2-Ausstoß soll noch teurer werden

Der Verband kommunaler Unternehmen kritisiert den europäischen Emissionshandel. Er schaffe kaum Anreize, auf klimafreundliche Technologien zu setzen. CO2-Reduktion gehe nur über den Preis.

Anlässlich der derzeit stattfindenden Konferenz des Weltklimarats der Vereinten Nationen mahnt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) zum Handeln: Die bestehenden Instrumente zur Verringerung der Emissionen müssen dringend verbessert werden. Der europäischen CO2-Zertifikatehandel schaffe es in seiner bisherigen Form nicht, Anreize zu Investitionen in emissionsarme Technologien zu erzeugen.

Emissionen stärker bepreisen

VKU

VKU Hans-Joachim ReckHans-Joachim Reck

„Damit Kraftwerksbetreiber in effiziente emissionsarme Technologien investieren, muss den bestehenden Defiziten des europäischen Emissionshandelssystems durch kurzfristig greifende und dauerhaft geltende Strukturmaßnahmen begegnet werden. Emissionen müssen wieder stärker bepreist werden“, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU.

Unternehmen, die große Mengen CO2 ausstoßen, müssen dafür Zertifikate besitzen oder zusätzliche kaufen, wenn sie zu viele Treibhausgase emittieren. Aktuell befindet sich im europäischen Emissionshandelssystem ein Überschuss von zwei Milliarden Zertifikaten. Somit gestaltet sich der Einsatz stark umweltbelastender Technologien schlichtweg zu billig, kritisiert der VKU.

Backloading geht nicht weit genug

Obwohl der Verband das sogenannte Backloading begrüßt, das die Zahl der Zertifikate auf dem Markt verknappt, fordert Reck weitere Schritte. Zusätzliche strukturelle Anpassungen des Emissionshandels seien vonnöten, um den Preis der Emissionszertifikate anzuheben.

Der europäische Emissionshandel ist derzeit der größte Markt für CO2 weltweit. Reck meint dazu: „Angesichts der Blockaden bei den internationalen Klimaverhandlungen, die weltweite politische Lösungen verhindern, ist das Gelingen des Emissionshandels in Europa von höchster Bedeutung.“ Darüber hinaus müssen die Anstrengungen zum Kampf gegen den Klimawandel auch außerhalb der EU verstärkt werden.