Gestärkte Ozonschicht schafft neue Hoffnungen

Die gebremste Erderwärmung belegt, dass der Mensch selbst für den Klimawandel verantwortlich ist und Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht erste Wirkung zeigen.

Schon seit einigen Jahren erwärmt sich die Erde weniger stark, als Klimamodelle es vorhergesagt haben. Viele Skeptiker sehen dies als Beweis, dass der Mensch auf den Klimawandel keine Einfluss habe. Laut einer neuen Studie könnte die verlangsamte Erwärmung aber das genaue Gegenteil bedeuten. Klimaforscher gehen nach jüngsten Erkenntnissen davon aus, dass das Verbot von Treibhausgasen wie Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) dazu beigetragen hat, die Zerstörung der Ozonsicht zu verringern. Dies könnte zur Abschwächung der Erderwärmung beigetragen haben. Der Mensch zeichnet verantwortlich für den Temperaturanstieg und er hat ihn nun wieder leicht gebremst.

Die Studie des mexikanischen Wissenschaftlers Francisco Estrada und seiner Kollegen wurde im Fachblatt „Nature Geoscience“ veröffentlicht. Sie folgert, dass menschliche Aktivitäten wie etwa das Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonsicht die Erwärmung gebremst haben. Der 1989 in Kraft getretene Montreal-Vertrag schränkt die Produktion von Stoffen ein, die zum Abbau der Ozonschicht in der Atmosphäre führen. Einer dieser Stoffe war das FCKW, das zum Beispiel als Kältemittel in Kühlschränken oder auch in Spraydosen als Treibmittel zu finden war.

Ozon-Schutz als Hoffnungsträger?

Laut Estradas Forschungen läge die mittlere Temperatur der Atmosphäre um rund 0,1 Grad Celcius höher, wenn das Montreal-Protokoll nie verabschiedet worden wäre. Das kam bei einer Untersuchung der globalen Klimadaten mit neuen statistischen Methoden heraus.

Estrada und sein Team untersuchten die mittleren Jahrestemperaturen von 1880 bis 2010 und verglichen sie mit Daten über typische Treibhausgase in der Atmosphäre, darunter FCKW und Kohlendioxid. Sie filterten natürliche Klimaschwankungen mit statistischen Methoden heraus. Veränderliche Meeresströmungen, die Stärke der Sonneneinstrahlung oder der Unterschied bei der Erwärmung von Luft über Ozeanen und dem Land dienten als Messpunkte für Untersuchungen von Klimaschwankungen.