Naturkatastrophen verursachen höhere Schäden

Der wirtschaftliche Schaden durch Naturkatastrophen geht jährlich in die Milliarden – und die Kosten werden in Zukunft noch höher ausfallen.

Nach Schätzungen der Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re entstanden im ersten Halbjahr 2016 durch Naturkatastrophen weltweit volkswirtschaftliche Schäden von rund 62,7 Milliarden Euro. Die Kosten stiegen damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent. Zieht man geophysikalische Ereignisse wie die Erdbebenserien in Japan und Ecuador im April ab, verursachten meteorologische, hydrologische oder klimatologische Ereignisse in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Versicherungsschaden von 19,4 Milliarden Euro.

Hagel, Stürme, Überschwemmungen

Die größten Schäden entstanden dabei durch Hagelschäden in den USA (6,18 Milliarden Euro) sowie durch Stürme und Überschwemmungen in Frankreich und Deutschland, die Ende Mai und Anfang Juni Schäden in Höhe von 2,47 Milliarden Euro verursachten. Waldbrände und Starkwinde in Kanada kosteten die Versicherer umgerechnet 2,2 Milliarden Euro.

Öfter Starkregen

Die Zahlen der Swiss Re decken sich mit einer Einschätzung der größten Rückversicherungsgesellschaft Munich Re, die Mitte Juli ihre vorläufige Schadensbilanz vorlegte. Dazu wurden auch wissenschaftliche Studien ausgewertet, die ergaben, dass Starkniederschläge in einzelnen Regionen Europas in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden sind. Starkniederschlag-Ereignisse im Frühjahr, die sich früher rechnerisch einmal in 20 Jahren ereigneten, nahmen von 1951 bis 2010 um den Faktor 1,7 zu.