Was wächst denn da?

Forscher haben untersucht, wie Freiflächen-Photovoltaikanlagen mit ihrer Verschattung Einfluss auf Temperatur, Pflanzenwachstum und Artenreichtum nehmen.

Große Solarparks finden sich entlang von Autobahnen oder Bahntrassen, aber auch auf ehemaligen Müllhalden oder ehemaligem Militärgelände. Häufig wird darunter Wiese angepflanzt, Schafe können dort grasen. Laut einer Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) wird bis zum Jahr 2020 die installierte Leistung von Photovoltaikanlagen bei über 400 Gigawatt weltweit liegen. Der Bau von Freiflächen-Solaranlagen nimmt stetig zu und löst auch eine Debatte über die Nutzung von Bodenflächen aus.

Große Unterschiede

Deshalb verglichen Wissenschaftler der Lancaster University und des Lancaster Environment Centre die Bodenflächen unter den Solaranlagen mit entsprechenden Kontrollflächen. Ergebnis: Die Menge an Pflanzenbiomasse als auch die verschiedenen Pflanzenarten waren zwischen den Anlagen viel höher als direkt unter den Solarmodulen.

Module zur Bewässerung nutzen

Ein Grund dafür, so vermuten die Forscher, ist die um bis zu fünf Grad niedrigere Temperatur unter den Modulen als auf den Vergleichsflächen. Für sehr warme und besonders sonnige Regionen wäre das ein interessanter Aspekt. Hier könnten im Schatten der Module nicht nur Schafe grasen, sondern auch Pflanzen angebaut werden, die unter der starken Sonneneinstrahlung sonst nicht gedeihen würden. Spannend sei das auch in Regionen, wo Wasser eher knapp ist, sagen die Forscher – dort könnte die Verdunstung verringert werden. Das auf den großen Flächen der Solarmodule anfallende Wasser könnte zudem gesammelt und zur Bewässerung wiedergenutzt werden. Die Studie soll insgesamt dazu beitragen, Landwirten die richtigen Informationen für den geeigneten Anbau liefern, das Pflanzenwachstum zu verbessern und die Artenvielfalt zu vergrößern.